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Fagus wird UNESCO Weltkulturerbe

Fagus-Werk als Weltkulturerbe aufgenommen

Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) hat heute das Fagus-Werk in Alfeld zum Weltkulturerbe ernannt. Nachdem bereits im August vergangenen Jahres die Oberharzer Wasserwirtschaft aufgenommen wurde, galt die erneute Entscheidung für Niedersachsen lange Zeit als unwahrscheinlich. Umso größer ist jetzt die Freude, dass das UNESCO-Komitee nun auch den von Walter Gropius errichteten Industriebau als Welterbe aufnimmt.

Sonderausstellung Verlängert

Kehrwieder am Sonntag
"Das Lebende Denkmal Fagus-Werk
Zeitungsausschnitt von der Ausgabe 19.06.2011 im

   
Sonderausstellung Verlängert

NDR1
"Das Fagus-Werk in Alfeld
Programm Mitschnitt vom 16.06.2011, 20:05 bis 21:00 Uhr im

   
 

Zitat des Trages

Da mein Vater sich offenbar darin gefiel, als fortschrittlicher Bauer angesehen zu werden, wurden alle neu auftauchenden Maschinen angeschafft, aber ebenso schlecht wie die Mähmaschine behandelt. Dabei war meistens das bare Geld zur Bezahlung nicht vorhanden. Er kaufte dann kurzerhand gegen Wechsel, die oft ein- oder mehrere Male verlängert werden mussten. Gegenüber diesen Zinsen und Kosten konnte von Vorteilen durch die Maschinen keine Rede sein. Bei den Gebäuden handelte er ebenso. Man konnte hier seine Maßnahmen nicht als unangebracht ansehen, aber er ließ alte Gebäude abreißen und durch neue ersetzen, obwohl das Geld dafür nicht vorhanden war und die alten Gebäude noch einige Jahre hätten gebraucht werden können. Dass unter diesen Umständen die Verschuldung immer größer wurde, ist selbstverständlich. Während der Vater „seine Besorgungen“ selbst machte, ließ er die Wechselverlängerungen und Geldanleihen mit Vorliebe durch mich erledigen. Ich erlebte dadurch vieles, was uns Kindern sonst vorenthalten wurde, mich aber zu der Erkenntnis brachte, dass der Vater nicht gut wirtschaftete und dass zwei Onkel, die nach seinen Bemerkungen zu altväterlich waren, wirtschaftlich besser dastanden als der Vater. Meine Mutter war dagegen morgens stets die Erste; sie weckte das ganze Haus, war den ganzen Tag ununterbrochen tätig und abends die Letzte. Dabei war sie stets zufrieden und vergnügt. Sie kannte offenbar die Schwächen ihres Mannes, aber ich habe nie gesehen oder gehört, dass sie dem Vater deshalb Vorwürfe machte. Nur wenn der Vater Gäste ins Haus brachte, was leider sehr oft der Fall war, war sie darüber ärgerlich, ließ sich aber ihre Missstimmung niemals anmerken. Der Vater meiner Mutter (Dorothea geb. Clever) stammte vom Gute Clever bei Halver. Auf diesem Gute sollen sich noch Familienakten befinden, die bis ins Jahr 1200 zurückreichen. Ich entstamme also einer jahrhundertealten Bauerntradition. Dieser Großvater war Katasterkontrolleur und hatte - nur mit einer Frau - 14 Kinder. Es fiel ihm sehr schwer, diese große Familie mit seinem Landmessereinkommen zu ernähren. Er kaufte daher 1817 das damals sehr heruntergekommene 600 Morgen (150 Hektar) große Gut Othmaringhausen für 6000 Taler mit 1000 Taler Anzahlung. Der Rest sollte und wurde, nach-dem sich die Familie von den Erträgen des Gutes ernähren konnte, aus seinen Gehaltsersparnissen bezahlt. Vor der Gutsübernahme war von dem zweistöckigen großen Wohn-, Stall-, und Vorratsgebäude das Dach abgebrannt. Es befand sich aber über dem Hausboden eine ca. 15cm starke Lehmdecke, die das Vordringen des Feuers nach unten verhinderte. Notdürftig war das Dach mit Ginsterreisig eingedeckt. Die Ländereien waren zum Teil seit mehreren Jahren nicht bestellt. In den Waldungen war schlagreifes Holz kaum vorhanden. Die Großmutter hatte nun mit den Kindern das Gut zu bewirtschaften. Sie muss eine ungewöhnlich tüchtige Frau gewesen sein, die es verstand, alle Kinder zur Mitarbeit anzuhalten und zu arbeitsfreudigen Menschen zu erziehen. Ihre Arbeitsmethoden wurden ein Vorbild für die ganze Gegend und der Hof als Mustergut bezeichnet. Als der Großvater 1857 starb, gehörte die Familie zu den wohlhabendsten der Gemeinde.

Auszug aus "Aus meinem Leben" von Carl Benscheidt sen.

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